Welche Kosten entstehen beim Hausverkauf?

Wer sein Haus verkaufen möchte, muss über die anfallenden Kosten bescheid wissen. Darum möchten wir in diesem Artikel eine kleine Übersicht geben, mit welchen Steuern und weiteren Kosten ein Hausverkauf verbunden ist.

  1. Kosten für den Notar
  2. Höhe der Grunderwerbsteuer
  3. Anfallende Grundsteuer
  4. Kosten für den Energieausweis
  5. Maklerprovision beim Hausverkauf
  6. In welchen Fällen muss eine Spekulationssteuer entrichtet werden
  7. Was ist eine Vorfälligkeitsentschädigung?
  8. Kosten eines Wertgutachtens

Kosten für den Notar

Um einen rechtsgültigen Verkauf von Immobilien zu bewirken, egal ob Grundstück, Wohnung oder Haus, muss ein Notar hinzugezogen werden, welcher als neutraler Vermittler zwischen dem Käufer und dem Verkäufer agiert.

Die Aufgaben des Notars gehen von der Erstellung des Kaufvertrages, bei dessen Unterschrift zwischen Käufer und Verkäufer der Notar anwesend sein muss, bis hin zum Besorgen von vertragsrelevanten Dokumenten oder der Umschreibung im Grundbuch.

Für den Verkäufer fallen durch den Notar eigentlich keinerlei Kosten an, da der Käufer normalerweise dessen Auslagen oder die Gebühren für das Grundbuchamt übernimmt.

Die Kosten, die durch den Notar anfallen, liegen zwischen 1-1,5% des Kaufpreises und sind unabhängig vom eigentlichen Aufwand im Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG) festgelegt.

Höhe der Grunderwerbsteuer

Nach Abschluss des Kaufvertrages fällt die Grunderwerbsteuer an, welche vom zuständigen Finanzamt eingefordert wird und innerhalb eines Monats zu zahlen ist.

Im Normalfall wird der Kaufvertrag so geregelt, dass der Käufer die Grunderwerbsteuer begleicht. Im Gegensatz zur Grundsteuer muss die Grunderwerbsteuer nur einmal gezahlt werden und ist darüber hinaus abhängig vom Kaufpreis.

Der einbehaltene Prozentsatz variiert von Bundesland zu Bundesland und liegt zwischen 3,5% (zb. Bayern) und 6,5% (zb. Brandenburg oder Nordrhein-Westfalen). Unter einem Betrag von 2.500€ fällt keine Grunderwerbsteuer an.

Anfallende Grundsteuer

Nach dem Kauf einer Immobilie muss der Käufer eine Grundsteuer entrichten, die als Gebühr für den Grundstückbesitz und dessen Bebauung zu verstehen ist.

Die Grundsteuer wird vierteljährlich zu den Stichtagen 15. Februar, 15. Mai, 15. August und 15. November erhoben. Die Berechnung ist nicht nur komplex, sondern auch abhängig vom jeweiligen Bundesland, dem zuständigen Finanzamt oder dem Steuerhebesatz der ansässigen Gemeinde.

Daher ist es empfehlenswert, vor dem Kauf das zuständige Finanzamt um Auskunft über die entsprechende Höhe zu erfragen.

Kosten für den Energieausweis

Wer sein Haus oder seine Wohnung verkaufen möchte, muss seit 2009 einen Energieausweis für die Immobilie vorlegen können. Ansonsten drohen dem Eigentümer hohe Strafen.

Der Kostenaufwand für einen Energieausweis kann ganz unterschiedlich sein. Ein einfacher Verbrauchsnachweis basiert lediglich auf der Grundlage der Heiz- und Nebenkostenabrechnung und kostet lediglich zwischen 50 und 80€.

Dagegen zahlt man für, von einem Fachmann erstellten Bedarfsausweis, zwischen 300 und 400€.

Maklerprovision beim Hausverkauf

Wer vor einem Hausverkauf steht, muss sich die Frage stellen, ob ein Makler hinzugezogen werden soll. Meistens ist mit dem Verkauf ein enormer zeitlicher und organisatorischer Aufwand verbunden, was von einem Laien kaum zu bewältigen ist.

Daher ist das Einschalten eines Maklers in den meisten Fällen empfehlenswert. Gute Makler kümmern sich um den kompletten Verkaufsprozess um Vermarktung, Besichtigung, Bonitätsprüfungen der Kaufinteressenten und dem Aufsetzen des Vertrages. Als Entschädigung erhält der Makler im Erfolgsfall eine Provision.

Ob der Käufer oder Verkäufer für den Immobilienverkauf die Maklerkosten übernehmen muss, ist abhängig vom jeweiligen Bundesland. Verkäufer von Immobilien in Brandenburg, Hamburg oder Hessen zahlen beispielsweise nichts für den Verkauf.

In welchen Fällen muss eine Spekulationssteuer entrichtet werden?

Mit dem Immobilienkauf beginnt die gesetzliche Spekulationsfrist von zehn Jahren. Verkauft der Eigentümer seine Immobilie in diesem Zeitraum und macht dadurch Gewinn, so liegt ein Verstoß gegen diese Regelung vor, wenn das Haus in den beiden vor dem Verkauf liegenden Kalenderjahren vermietet wurde (§ 23 EStG).

Es fällt die sog. Spekulationssteuer an, dessen Höhe sich am Wertgewinn der Immobilie und dem Einkommenssteuersatz des Verkäufers ausrichtet.

Was ist eine Vorfälligkeitsentschädigung?

Meistens wird ein Immobilienkauf über einen Kredit finanziert, dessen Raten sich über viele Jahre erstrecken. Möchte man seine Immobilie aber noch vor dem vollständigen Abbezahlen des Kredits wieder verkaufen, kann es zu zusätzlichen Kosten kommen.

Die Bank besitzt die Option, sofern durch die Auflösung des Kredits ein Zinsschaden entsteht, eine Vorfälligkeitsentschädigung zu verlangen.

Kosten eines Wertgutachtens

Wer vor dem Verkauf einer Immobilie einen angemessenen Angebotspreis ermitteln möchte, kann sein Haus oder seine Wohnung schätzen lassen.

Da es darauf ankommt, wer die Immobilie schätzt, sind die Kosten nicht genau planbar. Dabei kommen sowohl offizielle Gutachter, als auch Architekten, Bauingenieure oder Immobilienmakler in Frage.